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Einlagen 2018-02-23T20:25:33+00:00

Einlagen und Sensomotorische Einlagen in Sonderbauweise nach Pedographie und CAD/ CAM

Der Begriff „Sensomotorik“ setzt sich zusammen aus: „Sensorik“ und „Motorik“.
„Sensorik“ ist die Aufnahme von Informationen und deren Weiterleitung an das zentrale Nervensystem (Gehirn, Rückenmark). „Motorik“ ist die Ansteuerung und die daraus folgende Anspannung der Muskulatur. Sensomotorik ist folglich das Zusammenspiel zwischen Muskeln und Nervensystem!

Jeder Wahrnehmung – im Speziellen der Körperwahrnehmung – liegen sensomotorische Vorgänge zugrunde. Sinnesorgane können unterschiedliche Reize aufnehmen, diese werden im Gehirn oder auf Rückenmarksebene verarbeitet und mit motorischen Verhaltensweisen beantwortet. Jede Bewegung oder Haltung ist somit als Anpassung äußerer oder innerer Stimulierungen zu verstehen. Die sensorische Wahrnehmung ist also die Grundlage jeder Bewegung. Die Propriozeptoren registrieren dabei den Spannungszustand und die Bewegung der Skelettmuskulatur und der Gelenke. Sie sind daher essentiell für die Kontrolle der Körperhaltung. Die durch propriozeptive Sensoren in Muskeln und Gelenken gewonnene Information dient der Koordination von schnellen, über Rückenmarksneurone vermittelten, Reflexen zur Körperstabilisierung. Dem zentralen motorischen System wird durch diese Rückenmarksreflexe die Planung und Ausführung von Bewegungen erleichtert, da ein Repertoire an grundlegenden Bewegungselementen bereits zur Verfügung steht, das unabhängig vom Kontext der Bewegung sinnvoll sind.

Einlagenkonzept:

Nun gilt es dieses System für die Fertigung von Einlagen zu nutzen. Wo ich als Spezialist beim Kunden mit der konventionellen Methode einer stützenden, entlastenden und bettenden Einlage nicht mehr weiter komme oder zusätzlich muskuläre Zusammenhänge ausschöpfen möchte, greife ich auf die Funktion einer Sensomotorischen Einlage zurück.

Bei Sensomotorischen Einlagen handelt es sich um aktivierende Einlagen, die die Muskulatur nicht abschwächen lassen wie z.B. Plexidur ( Hartkunststoff) oder die früher oft verwendeten Metalleinlagen. Durch das gezielte Setzen von Reizpunkten über die Neurorezeptoren des Fußes kann die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur zielgerichtet stimuliert werden. Dadurch entsteht eine erhöhte Muskelaktivität und durch die Verarbeitung des Zentralen Nervensystems eine Bewegungsanpassung. Die sensomotorischen Einlagen verbessern die Muskelkoordination und führen somit zu mehr Gelenkstabilität. Begleitet mit Physiotherapie und Stabilitätstraining (MFT) werden die besten Resultate erzielt.

Gerade bei Kindern ist es wichtig, die sensomotorischen Fähigkeiten zu erhöhen. Bei Kindern, die einen Fersen- Valguswinkel (Knickfuß, Senkfuß & Plattfuß) von über 12 Grad aufweisen, lohnt es sich, ab dem 3. Lebensjahr sensomotorische Einlagen anzufertigen. Die Kinder lernen somit richtige Bewegungswiederholungen, die sich nach etwa zwei Jahren etablieren. Regelmäßige Kontrollen beim Orthopäden gewährleisten ein gutes Resultat. Natürlich ist es auch wichtig, die mitgegebene Fußgymnastik regelmäßig durchzuführen.

Analog zu den konventionellen orthopädischen Schuheinlagen im Alltag macht es Sinn die Sensomotorischen Einlagen als „Trainingsgerät“ zu nutzen. Bei Kunden die Fehlstellungen am Bewegungsapparat aufweisen und gezielt an Ihrer eigenen Muskeleffizienz arbeiten möchten, ist dies oft eine Alternative zur OP.

Verschreibung/ Rezept:

Orthopäden verschreiben Sensomotorische Einlagen nach eingehender Diagnose und Befundung auf Rezept. Ein Rezept ist nur im Falle einer Abrechnung mit der Versicherung notwendig. Sie können aber auch direkt zum Fachmann für Sensomotorische Einlagen gehen und sich versorgen lassen.

Stefan Allram
Leitung ProOrtho AG